Aktuelle Texte

Neuste Beiträge

  • Zuwachs

    Ich weilte gerade im nüssekauenden, samenschluckenden, hülsenspuckenden Süden, trank gerade mit meinem weizenblonden Freund schwergezuckerte, bitterorangefarbene Limonade, als ich beschloss, die einzige Telefonzelle zu benutzen, die sich auf dem staubtrockenen, beim blossen Anblick Hustenreiz verursachenden Dorfplatz befand. Zwar hatte die Sonne ihren Zenit schon Stunden hinter sich gelassen, doch war der Platz den Strahlen unbarmherzig…

  • Narziss im Untergrund

    Folgender Traum fand in einem Fahrradparking im niederen Souterrain oder Untergeschoss statt und mit diesem Untergrund war, was man sofort einsieht, nicht irgendeiner gemeint, sondern mein tiefliegendes Unterbewusstes, in dem sich, wie es den Anschein hat, die Narzissten tummeln, nebst all den abgeschlossenen und somit blockierten Rädern, die entweder Erinnerungen darstellten oder Emotionen, jedenfalls festgehaltene…

  • Wespenwesen

    Wespen dürfen sich durch die allermeist offene Balkontür in meine Küche verirren, denn fast immer finden sie den Ausgang von alleine wieder, manche jedoch verenden in der Kochecke und schippe ich diese als knisternde Pergamentchen auf Papier, um sie gleich darauf vom Balkon segeln zu lassen. Dürfen sich bei mir verirren sowie ihre Ruhe finden,…

  • „…, dass ich so traurig bin“

    ‚Die Luft ist kühl und es dunkelt‘, singt Heine und mit ihm die Loreley, doch geht man dem Gedicht auf den Grund, ist, was die Schiffer betört, zuerst hinauf-, dann hinunterzieht, nicht der Wortlaut, vielmehr die Melodie des Märchenliedes der Goldhaarigen, dessen Stimmung oder Grundstimmung. Als Nildar mit mir die kurvige Felsstrasse immer hart am…

  • Liddi, meine Tante

    Alles andere als ereignislos ihr Leben; das Leben meiner Tante Liddi. Warum also soll es sanglos verschwinden, erst gelöscht aus allen Reden und Berichten, mündlichem Weiterreichen, dann vertrocknet wie die Hirnmembranen, welche Erinnerungen umhüllten. Nicht doch, sie darf in Ruhe hier ihre Seite erhalten, um Saiten anklingen zu lassen in andern, die vielleicht Ähnliche wiedererkennen,…

  • Hinter der Kabinenwand

    Wie gewohnt wollte sich Alfa noch die Beine eincremen, nachdem sie den Slip und den BH bereits angezogen hatte. Sie betrachtete ihr Fleisch mit forschem Blick und walkte die etwas stechend riechende Lotion in die Oberschenkel ein, um der vom Chlorwasser beanspruchten Haut etwas Gutes zu tun. Selbstverständlich war in den normierten Kabinen kaum mehr…

  • Das letzte Frankfurt am Main

    Grundsätzlich waren sämtliche Zugfahrten heim von Nildar ein Desaster, was nicht so gravierend ins Gewicht meines Lebens fällt, da sich die Summe auf deren zwei beläuft. Während ich, während der ersten Heimreise, hauptsächlich innerlich verstört bis zerstört sass, sodass ich die äusserlichen Pannen mehr wie etwas unvermeidlich mir Anhaftendes annahm oder resorbierte und mein Ärger…

  • Deren Wursträdchen zwei

    Walter darf mit Fug und Recht als mein erster Freund bezeichnet werden. Damit meine ich, davor hatte ich nicht einmal eine Freundin. Kennengelernt haben wir uns entweder im Kindergarten oder auf dem Weg dorthin, denn wir wohnten beide in derselben Strasse in je einem verbrecherischen Betonwürfel, während der Kindergarten gegenüber aus einem alten märchenhaften Herrschaftshaus…

  • Fürchterlich leid

    Nachdem sich mein Erspartes um die 13‘000 Franken herum eingependelt hatte, hielt ich eine sogenannt grössere Anschaffung für angebracht, aber wer an einen Neuwagen denkt oder eine Ledersofagruppe, liegt verquer; vielmehr kreisten meine Gedanken schon lange um ein Pferd, das mein Eigentum werden wollte. Und nachdem ich ein Weniges ausprobiert, einschlägige Inserate zur Kenntnis genommen…