PETER IM PARK

Peter, so hieß er eben, mein Freund aus der Vorernstzeit,
Primarschulfreund, Peter ist eine Beschreibung wert. Peter mit dem
Pagenkopf. Peter war immer blau. Mit Bluejeans und Pullover. T-Shirt
verwaschen himmelblau.
Er mochte mich in einer stillen Art, das nahm mich für ihn ein. Er war
nicht einmal unansehnlich, obschon er sich für mich interessierte. Da
wurde ich vermessen. Peter im Park genügte mir nicht. Ich nahm mein
Meerschweinchen mit in einem Korb. Peter störte das nicht, überhaupt
ließ er mich machen. Peter erzählte nicht viel, wir schwiegen
stillvergnügt. Meist saßen wir auf einer Bank wie alte Leute und
beobachteten andere oder spielten mit dem Tier. An einem hellblauen

Nachmittag von mittlerer Temperatur kam uns das Meerschweinchen
abhanden. Wir suchten zwischen Vogelbeeren und Hundekot und
stolperten über unsere Hände. Im niederen Buschwerk, das den Park
einrahmte, hatte es sich verlaufen. Beim Einsetzen der Dämmerung
blickten wir uns an und gaben auf. Peter brachte mich nach Hause und
gestand meiner Mutter, was geschehen war.
Diese machte sich im Halbdunkeln noch einmal auf den Weg, um den
verlorenen Nager zu finden. Den leeren Korb stellte ich beiseite wie ein
schlechtes Gewissen.