AUSSENHAUT

[…] Sitze mit Nildar im geschmacklich eher fragwürdigen Hof eines italienisch-
türkischen Restaurants. Teile ihm mit, dass ich noch auf die Toilette müsse,
danach wollten wir gehen. Wie in jedem Traum mit ihm ist es nicht klar, in
welchem Zustand wir leben, ob inter- oder postrelational. Brauche sehr lange
für meinen Gang auf die Toilette und zurück, alle schwer denkbaren
Hindernisse gilt es zu bewältigen: eine freie Toilette finden, entdecken, hinter
welcher Tür schon jemand sitzt, alle Taschen, die ich plötzlich bei mir trage,
ausräumen und danach wieder systematisch einräumen, mit dem Platz auf
dem runden Tisch, der für eine übersichtliche Auslage aller Tascheninhalte zu
kümmerlich scheint, auskommen. Schliesslich werde ich hektisch und beginne
alles, irgendwie zu verstauen, nur um jetzt schnell zu Nildar zu gelangen, wobei
ich auf dem Rückweg durch ein Tor komme, da ich sozusagen einmal
rundherum gelaufen bin. Die aufgeregten Kellner berichten mir, gleichwohl
diensteifrig wie besorgt, dass Nildar bereits vor einer Weile kalt und gereizt
weggefahren sei, worauf ich mich an einen länglich-ovalen Tisch setzen muss,
an dem in der Folge das gesamte Personal Platz nimmt, um mit mir meinen Fall
so betreten wie betroffen zu bereden. Meine Selbstvorwürfe waren heftig,
meine Bereitschaft, mich vor einem präsenten Nildar zu entschuldigen, hoch;
meine Verzweiflung, ihn verloren zu haben, bodenlos. […]